Fischzucht / Aquakultur Stör

Ausstellung Berner Oberland

In der Aquakultur in Frutigen werden seit 2005 Sibirische Störe und Sterlet in einer Pilotanlage gezüchtet. Primäres Ziel ist die Erforschung und Optimierung der Haltungsbedingungen und der Aufbau des Fischbestandes von rund 60'000 Tieren.

Das Tropenhaus Frutigen führt als Wirtschaftsbetrieb mit wissenschaftlichen Partnern diverse Forschungsprojekte u.a. in der Fischzucht durch, welche die folgenden Ziele verfolgen:

Untersuchung und Optimierung der besten Lebensbedingungen für unsere Störzucht

Zusammen mit dem Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Uni Bern (FIWI) hat die Tropenhaus Frutigen AG den grundsätzlichen Nachweis erbracht, dass der Sibirische Stör im warmen Bergwasser des Lötschbergtunnels gedeiht und dessen kommerzielle Zucht für Fleisch- und Kaviarproduktion möglich ist. (KTI-Projekt)

Ersatz von Fischmehl als Störfutter durch Produktion von Eiweiss-Rohstoffen aus der Region

Konventionelles Fischfutter wird üblicherweise mit Fischmehl produziert, das ökologisch und ethisch heute nicht mehr unterstützt werden darf. Deswegen versuchen wir, dieses in Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft mit hochwertigen alternativen Eiweissen zu ersetzen. (RegioPlus-Projekt)

Öko-Zertifizierung der Störzucht und Fruchtproduktion

Durch hochwertiges Futter, artgerechter Tierhaltung und den konsequenten Verzicht auf Antibiotika, Medikamente oder chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel streben wir eine offiziell für die Störzucht noch nicht definierte Öko-Zertifizierung an. (RegioPlus-Projekt)
Die Störe in Frutigen schwimmen in grossen Becken mit artgerechter Strömung und Beschattung und bleiben dank hochwertigem Futter auch ohne vorbeugende Medikamente gesund und munter.

Steckbrief des sibirischen Störs


(Bild: Markus Hubacher)

  • maximale Größe von 2,00 m (grösster Süsswasserfisch der Welt)
  • Gewicht von ca. 200 Kilogramm
  • einheitlich braun bis grauschwarz gefärbt, Unterseite gelblich bis schmutziggrau gefleckt
  • Bartfäden sich leicht gefranst
  • Unterlippe ist ganz klar unterbrochen
  • Kiemenreuse fächerförmig
  • langgestreckten, spindelförmiger Körperbau
  • fünfreihigen Knochenplatten an den Seiten des Körpers
  • langgestreckte, asymmetrische Schwanzflosse 
  • schnabelförmiges verlängertes Maul mit vier Barteln, welche die Geschmacksknospen tragen
  • laicht wie alle Störe nicht jedes Jahr, sondern nur alle 2-5 Jahre
  • sehr hohes Wachstumspotenzial
  • sehr robust in der Handhabung
  • hat einen niedrigen Sauerstoffbedarf und eine breite Nahrungs- und Umwelttoleranz
  • kommt in fast allen Flüssen Sibiriens vor, ist auch im Baikalsee zu finden
  • Störe sind Wanderfische, die zum Ablaichen in die Flüsse strömen
  • wird bis zu 100 Jahre alt

Wissenschaftspartner Fischzucht:

 
TYPO3 Agentur